Nagasaki Teil IV: Spuren niederländischer Einflüsse

Im letzten Beitrag unserer Nagasaki-Reihe drehte sich alles um Chinatown und das alte chinesische Neujahrsfest, heute Laternenfest genannt. Heute widmen wir unseren Fokus einer anderen Bevölkerungsgruppe, die eine große Rolle in Nagasaki spielte: die Niederländer.

Dejima

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Dejima ist eine künstliche Insel, welche eigens für niederländische Handelsleute während der Edo Periode errichtet wurde. Ähnlich wie bei den chinesischen Handelsleuten, war es auch jenen aus der Niederlande nicht erlaubt, die japanische Hauptinsel zu betreten. Leben und handeln durften sie ausschließlich auf Dejima. Dabei waren die Niederländer die einzige westliche Nation dieser Zeit, welche mit Japan Handel betreiben durfte.

Das heutige Dejima ist ein Wiederaufbau der damaligen niederländischen Architektur. Die Insel beherbergt eine Vielzahl an Musen mit Fokus auf das Leben der niederländischen Kaufleute, sowie eine Menge Restaurants.

Da Dejima ursprünglich eine eigens gebaute Insel war und demnach auch von Wasser umgrenzt, gibt es Pläne, auch das heutige Dejima mit Wasser zu umgeben. Die Bauarbeiten sollen 2050 fertiggestellt sein. Auch wenn diese Bauarbeiten wohl noch ein Weilchen andauern, kann man Dejima gegen eine Eintrittsgebühr von 510¥ besuchen.

Oranda-zaka

Oranda-zaka (Dutch Slope) ist eine beliebte Touristenattraktion in Nagasaki. Es befindet sich in Higashiyamate, ein Stadtteil von Nagasaki, der seit jeher für seine Internationalität bekannt war. Gleich in der Nähe von Oranda-zaka findet man die älteste Frauenuniversität Japans, die Kwassui Women’s University, sowie die alten Botschaften, welche heute als Museen fungieren.

Während der Edo Periode wurden alle nicht asiatisch aussehenden Leute, welche den Hang bestiegen, als „Oranda-san“ (Niederländer) bezeichnet. Aber auch nach der Öffnung Japans hat sich dies beibehalten.

Der ganze Hang ist relativ lang, als Oranda-zaka wird aber nur der untere Teil, gleich neben der Kwassui Women’s University bezeichnet. Die Gegend rund um den Oranda-zaka bietet eine wunderschöne Szenerie, weswegen man diese Gegend oft in japanischen Fernsehdramas sehen kann.

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